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Das Programm zur Wiedereinbürgerung des Nordseeschnäpels

Der Schnäpel ist ein lachsartiger Fisch und gehört zur Gattung der Coregonen, d.h. Maränen, Felchen und Renken. Er kann über 50 cm lang und bis zu 2 kg schwer werden. Der Fisch ist an seiner ausgeprägten Nase und seiner Fettflosse leicht zu erkennen. Noch vor einigen Jahren galt der Schnäpel in Nord- und Ostsee als ausgestorben. Einen Restbestand gab es nur noch in der Vidau, unserem dänisch-deutschen Grenzfluß. Der Schnäpel wurde in die Bundesartenverordnung aufgenommen und ist seitdem ganzjährig geschützt.

Seit 1987 engagieren sich unser Kreiskoordinator für die Fischereischeinprüfung Willfried Tetens und seine Angelkollegen Bernd Stuck, Alfred Sprengel und neuerdings Nils Heck für eine Wiedereinbürgerung dieses Fisches in unseren Gewässern.


Wie sieht das Wiedereinbürgerungsprogramm aus ?

1987 wurden die ersten Nordseeschnäpel aus dem Vidau-Stamm in die Treene bei Friedrichstadt eingebracht. Schon 1989 konnten Willfried und seine Kollegen die ersten Wiederkehrer in ihren Netzen verzeichnen. Seitdem stellen unsere Aktiven vom SFV Treene in jedem Dezember zwei bis drei Wochen lang ihre Netze in den Toten Arm der Treene bei Friedrichstadt und versuchen, neue laichbereite Fische zu fangen.


Was passiert mit den gefangenen Fischen ?

Die Netze werden täglich kontrolliert, um ein Überleben der gefangenen Fische zu gewährleisten. Danach werden sie noch kurze Zeit in einem Hälterungsnetz aufbewahrt, bis sie zum Kieler Meeresbiologen Tassilo Jaeger-Kleinecke gebracht werden. Tassilo ist ein anerkannter Schnäpelexperte und sorgt dafür, dass die laichbereiten Fische zur richtigen Zeit abgestreift werden. Die befruchteten Eier werden in Zugergläsern erbrütet. Je nach Temperatur erfolgt der Schlupf im März bis April. Die Aufzucht der Larven erfolgt dann in auch nachts beleuchteten Netzgehegen. Eine Unterwasserlampe in jedem Gehege sorgt dafür, dass Zooplankton nachts in das Gehege eindringt und von den Fischen gefressen werden kann. Dieses Verfahren ist so effektiv, dass nicht zugefüttert werden muss.


Wann und wie erfolgt der Besatz ?

Der Besatz mit neugezüchteten Schnäpeln erfolgt, wenn die Setzlinge ca. 2-3 cm lang sind. Dann rollt der Kleinlaster von Tassilo Jaeger irgendwo an das Treeneufer und entlässt den mühsam erbrüteten Nachwuchs durch einen dünnen Schlauch in unseren Fluss.


Das Engagement unseres Friedrichstädter Angelkollegen Willfried Tetens

Seit zwei Jahrzehnten ist der Name Willfried Tetens mit diesem Wiedereinbürgerungsprogramm für den Nordseeschnäpel eng verbunden. Unser Angelfreund hat dafür gesorgt, dass es diesen Fisch in der Treene überhaupt noch gibt. Willfried wurde 2003 von unserer damaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis mit der Ehrennadel des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.
Im Frühjahr 2011 wurde Willfried für seine außerordenltichen Leistungen vom Verband Deutscher Sportfischer mit der goldenen Ehrenmedaille, der höchsten Auszeichnung für Angelfischer, ausgezeichnet.

Wir sind stolz auf diese Auszeichnungen und auf das mit diesen hohen Ehrungen bedachte ehrenamtliche Engagement.